Heiraten ·Kosmetik & Styling

Alle meine Lieblingsfrauen und Prosecco = Hochzeitskleid kaufen

„Weißt du schon, wie dein Hochzeitskleid wird?“, fragte meine zukünftige Schwiegermutter direkt nachdem wir ihr mitteilten, für welchen Tag wir unsere Hochzeit planen. Ähm, nö. „Trägst du ein Prinzessinnenkleid?“, fragten die Mädels aus meinem Stammtisch sofort, als ich von der bestehenden Hochzeit erzählte. So langsam wächst in mir der Verdacht, dass die Kleidchenfrage wohl die zweitwichtigste Entscheidung direkt nach der Terminwahl ist. Als dann auch noch mein bester Freund (wohlgemerkt ein Mann!) mit: „Und trägst du Weiß und lang und Tüll?“ ums Eck kam, wurde mir klar: Diese Entscheidung will gut durchdacht sein!

Ich rief sofort im Brautmodenladen an, in dem meine Nachbarin ihr Kleid gekauft hatte und mit dem sie super zufrieden war, und machte einen Termin aus. Ein Geschäft sollte für die Brautkleidsuche reichen, da ich nichts mehr hasse, als von Laden zu Laden zu rennen, und ich bezweifelte, dass ich meine Mädels mehr als einmal alle zusammen kriege für die Kleiderschau. Also Termin ausmachen, allen Bescheid sagen und gespannt auf den Tag warten. Ja, warten, so schnell kriegt man nämlich keinen Termin! Aber ich freute mich riesig und stellte es mir einfach mega lustig vor. Die Vorfreude auf diesen ganz besonderen, persönlichen Mädchenvormittag mit meinen Lieblingsfrauen wuchs mit jedem Tag!

Die Recherche

Also nichts wie die Zeit mit Recherche überbrücken! Von Vorteil ist es da, Freiberufler zu sein, denn so kann man wunderbar Nachmittage damit verbringen, äußerst vielseitig nachzuforschen, indem man sich Sendungen wie „Say yes to the Dress“ und „Zwischen Tüll und Tränen“ anschaut. Die Werbepausen eignen sich hervorragend dafür, noch etwas im Internet zu googeln, was die Hochzeitskleider so kosten. Und dann tief durchatmen!

Ja, man muss sich einfach daran gewöhnen, dass man bei einer Hochzeit nur so mit Hunderterscheinen um sich wedelt. Und da ein Kleid ja so wichtig für den Erfolg der Hochzeitsfeier ist, sind es da auf jeden Fall einige Hunderterscheine mehr. Als meine Atmung sich wieder normalisierte, kam schnell die Entscheidung: Ne, das muss günstiger gehen. Aaaaber ich wollte trotzdem unbedingt diesen Nachmittag im Brautmodenladen mit Prosecco und allen meinen Lieblingsfrauen. Und ich wollte mit ihnen aussuchen, was mir stehen könnte!

Ich griff direkt zum Handy und schrieb allen: „Ich probiere alles an, was ihr denkt, was mir stehen könnte. Aber wundert euch nicht, wenn ich nichts kaufe! Das ist mir einfach viel zu teuer für nur einen Abend. Ich glaube, ich bestelle mir lieber was aus China!“

So, alle waren vorgewarnt, no Pressure. Nun konnte ich mich wieder ganz den Sendungen widmen. Dazu muss man noch sagen: Mein Mann war früher Aufnahmeleiter. Also weiß ich ganz genau, dass sehr viel in Sendungen gestellt wird. Dass wahrscheinlich die Kleider, die der Braut gefallen könnten, vorher extra bestellt wurden. Dass einige Absprachen abgelaufen sind und dass so einiges an Drama extra inszeniert wurde. Aber hey, Tears sell!

Der Besuch im Laden

Nach Wochen kam also mein Tag! War das ein Spaß! Mit Mama, Tante, Schwägerin, Trauzeugin und guter Freundin stürmte ich den Laden. Alle liefen fleißig zu den Kleiderstangen und suchten eine Menge für mich aus. Dann nahmen sie auf den gemütlichen Sofas platz, während eine Verkäuferin schon mal den Prosecco vorbeibrachte und eine andere mir in der Umkleide assistierte. Es ist nämlich gar nicht so einfach, diese tausend Lagen Tüll zu sortieren.

Dann ging auch schon das mega sportliche Anprobieren und Vorführen los. Petit Coat, dann Kleid, dann festhalten fürs Schnüren. Beim Blick in den Spiegel kam der Schock: Ich bin eine Braut!

Bis zu dem Zeitpunkt war es ja eine etwas vage Vorstellung. Aber jetzt, so im Brautkleid, wurde es auf einmal absolut real. Ich versuchte mich zu sammeln, dann die vielen Lagen Tüll zu sammeln und halbwegs elegant und tränenfrei aus der Kabine zu schreiten. Anscheinend war ich aber nicht überemotional, denn draußen breitete sich auch erst mal derselbe Schock aus, dann kamen die ersten Tränen bei meinen Mädels. Schnell einen Schluck Prosecco!

Nach ein paar Minuten waren wir alle wieder so weit uns das Kleid anzugucken. Es war wunderschön, ein tolles Brautkleid! Sowas könnte ich mir schon vorstellen. Aber ich hatte ja noch 13 weitere vor mir. Und kaufen wollte ich ja eh nichts.

Ich probierte Kleid um Kleid an. Und ja, ich habe auch mit 40 Prinzessin-Kleidchen anprobiert! Warum auch nicht? Ich glaube nicht, dass man mit 40 zu alt dafür ist. Und wenn man immer davon geträumt hat, so ein Hochzeitskleid zu haben, dann sollte man es erst recht anprobieren.

Sobald die Verkäuferin ums Eck ging, rief ich im Flüsterton meine Schwägerin, die dann unterm Kleid nach dem Preisschild kramte. Wir guckten uns danach immer mit großen Augen an, kicherten etwas und ich kehrte in die Kabine zurück. Dann kam das Kleid Nummer sieben. Es unterschied sich von den anderen indem es ein Neckholder-Dekolleté hatte, war aber sonst eher von der schlichten Sorte. Ich kann nun aber nicht mehr wirklich beschreiben, was da passiert ist. Ich hab einfach in den Spiegel geguckt und wusste: Dies war mein Kleid!

Ich war fassungslos, denn ich dachte die ganze Zeit, als ich die Sendungen geguckt hatte und mit anderen mich ausgetauscht hatte, dachte ich ja, dass das übertrieben ist. Aber jetzt, wo ich da vor dem Spiegel stand, wusste ich es einfach und rief: „Mädels, shit, ich glaube, das hier ist mein Kleid.“ Die Verkäuferin grinste und flüsterte: „Warten Sie, bis Sie den Preis hören.“

Was soll ich sagen: Alle meine Begleiterinnen waren hin und weg. Alle waren sich einig: Das ist das richtige für mich. Leider ging die Verkäuferin nicht mehr ums Eck und meine Schwägerin hing die ganze Zeit umsonst in Startposition auf ihrem Sofa, bereit sofort aufzuspringen und unterm Kleid nach dem Preis zu wühlen. So ganz unerheblich ist der ja nicht. Nach weiteren Tränen und fröhlichem Anprosten bin ich also wieder zurück in die Kabine und meinte im Flüsterton zur Verkäuferin: „Und? Was ist mit dem Preis noch mal?“ „Das Kleid ist um 75 Prozent reduziert, da es von der Vor-vor-Saison ist!“

Es war also doch ein bisschen teurer als ein Kleid aus China, aber nicht wesentlich, und nun auch absolut bezahlbar. Muss ich noch erwähnen, dass ich sofort zugeschlagen habe? Ich kaufte sowohl den Petitcoat wie auch das Kleid, machte sofort einen Termin für die Anpassungen und hüpfte aus den Laden!

Das Fazit der Geschicht: Vor-vor-Saison lohnt sich!

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10 Gedanken zu „Alle meine Lieblingsfrauen und Prosecco = Hochzeitskleid kaufen

  1. Oh wie toll 🙂
    Ich hatte meinen Termin zwar schon sehr lange, hab aber gedacht, dass ich ein gaaaanz anderes Kleid haben möchte als das, das es letztendlich geworden ist. Aber wie du schon so gut gesagt hast: Unverhofft kommt oft 🙂

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

  2. Du hast ein Glück! Das Traumkleid zum Traumpreis! Mit einem bestellten Kleid wärst du nach der Anprobe bestimmt nicht mehr hlücklich geworden. Ich schätze so darf die Hochzeitsplanung weitergehen.

  3. Ich kann mich noch gut erinnern als ich mit meiner Tochter im Brautladen war und wir mit ihren Freundinnen das Brautkleid für sie ausgesucht haben. Es hat auch einige Zeit gedauert bis sie ihr Traumkleid gefunden hatt.
    Glückwunsch zum Kleid.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  4. Meine Liebe,

    eine ganz tolle Geschichte rund um dein Hochzeitskleid! Bei dem Preis hätte ich sicherlich auch zugeschlagen … aber ich sag ja immer … wenn es passt. passt es … dann fügt sich alles perfekt ineinander. Ich wünsche dir jetzt schon eine traumhaft schöne Hochzeit!

    ganz liebe Grüße
    Verena

  5. ohh das klingt einfach einem super schönen Ereignis! ich finde es klasse, wenn die liebsten Freundinnen in solche Entscheidungen miteinbezieht – sie kennen einen ja irgendwie auch mit am besten und nehmen (hoffentlich) kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Frage geht „steht mir“ oder „steht mir nicht“!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  6. Ha, da habe ich doch fleißig schmunzeln müssen. Bei mir das es genau umgekehrt. Ich wusste wie mein Kleid aussehen sollte: Träger muss es haben, ich habe nun mal etwas mehr Busen und kein walle walle -Kleid, keine Prinzessin und kein Tüll, schlicht- oder besser Vintage/Boho Style und bitte 3-stellig, wer will schon ein Vermögen für ein Kleid ausgeben, das man nur einmal trägt! Und dann am großen Tag, jedes dieser Kleider sah fürchterlich an mir aus, ich sag dick, klein und unförmig aus – so wollte ich nicht heiraten. Wiederwillig zog ich das von meiner Freundin ausgesucht Kleidchen an….Und das war es: keine Träger, Tüll, weit und ein Traum von Kleid – und 3-stellig 🙂 Liebe Grüße und viel Spaß mit Deinem Kleid am großen Tag

  7. Okay das ist ja einfach nur perfekt! 75% reduziert? Das ist ja einfach der perfekte Zufall, vor allem noch bei deinem Traumkleid. Ich sehe, diese Hochzeit steht unter einem guten Stern 😀 So darf es gerne weitergehen.
    Heiraten steht bei mir noch nicht auf der Agenda, aber ich glaube wenn es mal so weit ist, freue ich mich am Meisten darauf mir ein Kleid auszusuchen 😀

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

  8. eine tolle Geschichte rund um dein Brautkleid! Ich kann mir gut vorstellen, wie du da stehst noch ohne irgendein Plan und dann kommen all die Fragen der Leute & du denkst nur so: äähhh noch keine Ahnung Leute!
    Es freut mich riesig konntest du dir dein Traumkleid kaufen! Wäre echt mies gewesen, wenn es dann nicht geklappt hätte! Deshalb: Gratulation zu deinem Kleid!
    & ja, die vielen Serien am Nachmittag sind toll!!
    Ich wünsche dir eine wundervolle Hochzeit <3
    alles liebe, meli
    https://melslybeauty.wordpress.com/

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