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Ein kleines Stück Nashville sorgte für einen großen Abend in Hamburg

Der Haken daran, wenn man selbst im Medienbereich tätig ist und der Mann jahrelang bei Fernsehproduktionen gearbeitet hat, ist, dass alles ein bisschen seinen Zauber verliert. So bin ich, auch wenn ich ein totaler Serien-Junkie bin, immer relativ skeptisch bei allem, was ich gucke. Vor Jahren habe ich begonnen eine Fernsehserie namens „Nashville“ zu gucken. Da geht es ein bisschen ums Show-Biz in der Country-Szene aus allen möglichen Blickwinkeln. Da hat man einmal die seit Jahrzehnten erfolgreiche Country-Sängerin Rayna, die sehr jung gegen den Willen ihres Vaters (Mutter war bereits verstorben) ihre Karriere begann. Ein wichtiger Teil ihrer Karriere war Deacon Clayborne, ihr Leadguitarrist, ihre große Liebe und der Mann, mit dem sie die meisten ihrer Hits geschrieben hat.

Eine weitere Perspektive ist die von Juliette Barnes (grandios von Hayden Panettiere gespielt), die eine Popqueen des Country ist. Sie singt kommerziellen Country, hat mega aufwendig produzierte Shows und ein sehr verkorkstes Leben.

Die Szene vervollständigen junge Musiker, die an ihrem Durchbruch arbeiten, sei es mit ihrem Talent, mit Intrigen, mit Reality-Shows, etc. Eine dieser jungen Musikerinnen ist Scarlet, Deacons Nichte, die von Clare Bowen gespielt wird. Sie ist eine gute Seele, die zu viel fühlt und die Musik als Ventil für ihre Gefühle nutzt. Sie ist immer für alle da, hilft ihrem Onkel im Kampf gegen seine Alkoholsucht, schafft es, mit ihrem Ex-Freund eine tolle Freundschaft aufzubauen und springt immer ein, wenn jemand in Not ist. Sie ist eine tolle Musikerin, die es mit ihrem Talent sehr schnell nach oben schafft, daran aber zerbricht und sich daraufhin erst mal wieder aus der Musikszene zurückzieht. Trotzdem liebt man sie als Zuschauer immer noch, denn sie schreibt weiterhin wunderschöne Songs, die sie auch oft performt. Zum Glück, denn ihre Stimme ist einfach traumhaft. Außerdem inspiriert Scarlet viele Zuschauerinnen mit ihren Boho-Kleidern und -Schmuck.

Als ich Anfang des Jahres dann erfuhr, dass sie bei der Tour für ihre eigene CD für ein paar Konzerte nach Deutschland kommt, und eins davon sogar in Hamburg stattfindet, war für mich klar: Ich muss da hin! Mal sehen, wie die Schauspielerin so ist! Und kann sie überhaupt in Wirklichkeit singen? Natürlich habe ich alle Soundtrack-CDs zu Hause und kenne ihre Songs in- und auswendig. Aber live ist halt live.

Der Tag des Konzerts war nun endlich letzten Sonntag. Ich bin mit unsicheren Erwartungen hingegangen. Ich war mir sicher, dass sie eine gute Performerin ist, nach 6 Jahren „Nashville“. Aber wie viel wurde gefakt? Wie ist ihre Stimme live? Hat sie Ausstrahlung? Der Grünspan war jedenfalls ausverkauft, die Schlange am Einlass ewig lang, drinnen war es dann sehr kuschelig (um nicht brülled heiß und stickig zu sagen). Pünktlich um neun Uhr begann ihr Konzert direkt mit einem der Megahits von „Nashville“: „My Song“. (Hier könnt ihr ihn euch mal kurz angucken: https://www.youtube.com/watch?v=5BBKNA7JA0E) Ein absolutes Stimmungsmacherlied. Sie sah toll aus in ihrem süßen Tüllkleidchen mit Pailletten, mit einem Tamburin mit bunten Bändern dran, unzählige Armbändern und barfuß. Und wow, kann sie singen!

Sie hat nicht nur so ein paar Songs von sich gegeben, sondern wirklich fast bis zur letzten Minute, in der im Grünspan noch Krach gemacht werden darf, gespielt. Dazwischen erzählte sie so einiges aus ihrem Privatleben, wie dass sie in einem Kinderkrankenhaus aufgewachsen ist, dass ihre Eltern eingeflogen sind und dem Konzert zuschauten, wie sie ihren Ehemann kennengelernt hat und was sie zu verschiedenen Songs inspirierte. Auch teilte sie uns ihre Message mit: „I want to hugh the world, but I am so small and the world is big, so my songs are my way to try to make the world a better place.“ Fing die Show noch eher sanft an, so war im letzten Drittel schon kein Halten mehr: Sie sang, machte Piruetten und sprang, dass einem schwindelig wurde. Komplett wurde die Show durch einen Song von ihrem Ehemann, der ein begnadeter Sänger ist, sowie einen von Colin Linden, der Gitarrist, der bei „Nashville“ alle Gitarren-Riffs eingespielt hat. In einer Ecke der Bühne standen die Gitarren der beiden Herren parat, ganze 12 Stück hat mein Mann gezählt. Der Saal bebte von den Gitarrenklängen!

Mein Fazit des Abends: All meine Skepsis gegenüber der guten Clare Bowen, dass vieles bei der Filmproduktion einfach aufgehübscht wird, beim Gesang nachgeholfen wird, ihre Ausstrahlung nur vor einer Kamera existiert… All das wurde in diesen zwei Stunden Konzert zunichte gemacht, denn sie ist doch um so einiges besser als in der Serie (meinte sogar mein Mann, den ihre Figur teilweise sehr genervt hat, war sie doch dauernd am Heulen). Und ich bin nun noch begeisterter von ihrer Stimme und Musik als vorher!

Ach, und wer neugierig geworden ist, wie es in der Serie denn nun aussieht: Hier ist ein Trailer von Nashville, die erste Staffel . (Ich muss an dieser Stelle allerdings aus sagen, es gibt 6 Staffeln, zurzeit wird die letzte ausgestrahlt. Es bricht mein Herz, dass es dann vorbei ist!) 

 

 

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9 Gedanken zu „Ein kleines Stück Nashville sorgte für einen großen Abend in Hamburg

  1. Ich kenne die Serie garnicht, hab aber schon mal gelesen, dass der ein oder andere die schaut. Da muss ich doch mal schauen, ob sie mir gefällt. Neugierig hast Du mich eh gemacht.

    Lieben Gruß,

    Bea.

  2. Von der Serie habe ich bis heute nie etwas gehört… Aber klingt interessant. Auch die Musik dazu, klingt passend zur Serie. Der Trailer ist auf jeden Fall schon mal spannend gemacht.

    Alles liebe

  3. Das klingt ja mal spannend! Mit der Country-Szene habe ich so gar nichts zu tun und kenne auch die Serie nicht. Umso interessanter, dass sogar von TV zu echter Musik der Bogen gezogen wird. Und toll, wenn es dann eine so schöne Show ist! Ich wäre auch erst mal skeptisch gewesen – eine positive Überraschung ist dann ja doppelt schön 🙂
    Den Trailer der Serie schau ich mir jetzt auch direkt mal an.

    Liebe Grüße
    Sarah

  4. da merke ich mal wieder, dass ich aus dem Serien schauen generell wohl vollkommen raus bin … ich habe leider noch nicht mal was gewusst von dieser Serie 😉
    der Plot klingt aber echt gut! könnte auch was für mich sein!

    auch genial, dass du die Schauspielerin dann live erleben konntest!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  5. Also die Serie würde ich super gerne mal ansehen, der Plot klingt wirklich so als würde mir die Serie sehr gut gefallen könnte. Muss ich mal schauen ob es die bei meinen abonnierten Streaming Diensten gibt.
    Ich finde es ja super cool, dass man dann die Schauspielerin dann mal Live singen hören kann. Das ist dann super, ich wäre wohl am Anfang auch sketpisch wegen der Qualität. Aber dass es live dann so gut klingt ist doch die beste Überraschung

    Viele liebe Grüße Anni von https://hydrogenperoxid.net

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