Gesundheit & Lifestyle

Muss man Träume verwirklichen?

Seit vorletzter Woche wurde ich immer wieder gefragt, was denn mein Traumjob wäre. Ich wusste die Antwort darauf mit dem besten Willen nicht mehr. Vor ganz, ganz langer Zeit hatte ich mal eine Traumvorstellung. Aber irgendwie kam dann das Leben und alles entwickelte sich ganz anders. Man arbeitet, muss Geld verdienen und Rechnungen bezahlen, stellt die Träume und Wünsche anderer vor seinen eigenen, das Leben läuft irgendwie. Um meine Träume ging es da kaum. Und auch nicht darum, ob ich damit glücklich bin. Ich hatte Glück. Ich arbeite sehr, sehr gern in meinem Bereich. Ich freue mich über jeden Auftrag, freue mich über jeden gefundenen Fehler und über jede schöne Formulierung bei einer übersetzten Zeile. Aber es war irgendwie nie mein Traumvorstellung von meiner Zukunft.

Diese Tage habe ich nun in mich gehorcht. Was wäre zum Beispiel ein Job, bei dem ich auch meine unterschiedlichen Interessen miteinander verbinden könnte? Wobei würde mir mein Herz aufgehen? Wie würde ich mir alles vorstellen, wenn Geld und Realität gar keine Rolle spielen würden?

Ich habe wirklich lange überlegt… Auch versucht meine Interessen in eine Art Reihenfolge zu bringen: von „super wichtig fürs Herz“ bis hin zu „nur ein Bisschen im Leben reicht schon“. Aber damit kam ich auch noch nicht so richtig weit. Dann habe ich nach Jobs gegoogelt, die vielleicht ein paar Interessen von mir mit einer Beschäftigung kombinieren. Nope, nichts hat mich wirklich begeistert.

Also war ich irgendwie traumjoblos ganz zufrieden in Hamburg. Nicht auf Wolke sieben, aber ich bin ja auch nicht unglücklich. Sehr verwirrend das Ganze. Da stellte sich mir aber die Frage: Braucht man eigentlich einen Traumjob? Ist der Gut-genug-Job nicht auch okay? Oder der Bringt-mir-auch-Spaß-Job? Muss jeder einem Traum hinterherjagen? 

Und dann kam war es auf einmal total klar: Als ich morgens das Gästezimmer putzte, das Bett frisch bezog und für meinen Gast Kleinigkeiten auf der Kommode dekorierte, kam die Eingebung! Mein absoluter Traum wäre es, ein kleines Bed & Breakfast zu führen, für das ich meine ganzen leckeren Dinge kochen und backen könnte. Ich könnte dekorieren und einrichten was das Zeug hält. Ich könnte mein Etageren und Kerzenständer alle auf die Tische stellen und als Urlaubserinnerungen den Gästen anbieten. Ich könnte für sie übersetzen und ihnen Tipps für tolle Ausflüge hier anbieten, sie bemuttern, ihnen ein Zuhause fern von zu Hause anbieten. Ich könnte ein schönes Social-Media-Profil machen. Dazu könnten meine Eltern auch mitmachen, die ja jahrelange Erfahrung als Restaurantinhaber haben.Und nachmittags könnte ich dann immer noch meine Seiten korrigieren. Es wäre perfekt! 

Was für ein schönes Gefühl es doch ist, wenn man weiß, was einen happy machen könnte. Da ist schon allein die Vorstellung daran, wie es werden könnte, wie das Ganze laufen könnte, schon aufbauend und reißt einen und seine Kreativität in die Höhe. Es hat so einen Spaß gemacht, sich alles auszumalen. Wenn ich durch Einrichtungsgeschäfte gegangen bin, habe ich mir gleich überlegt, was ich fürs B&B kaufen könnte und lief mit einem innerlichen Lächeln durch die Gänge.

In meinem Fall ist es leider aber tatsächlich ein Traum, der sich wohl nie erfüllen wird. Das ist aber auch okay so. Denn allein zu wissen, dass man einen Traum hat, auch wenn unerreichbar, ist beflügelnd. Und manchmal müssen Träume nicht in Erfüllung gehen, manchmal muss man ihnen nicht hinterherrennen, manchmal muss man keine Träume leben, manchmal reicht es auch schon, im Jetzt ganz happy zu sein.  

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